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Die Eigenfetttransplantation gehört seit 2001 zu den wichtigsten Einsatzgebieten der plastischen Chirurgie. Obwohl Fett bereits vor über 100 Jahren transplantiert wurde, erlangte die Eigenfetttransplantation erst 1990 durch den US-Amerikaner Sydney Coleman weltweite Bedeutung. Sein Behandlungskonzept war innovativ und die Einsatzgebiete v.a. im Gesichtsbereich besonders vielfältig. Egal ob zur Aufpolsterung der Augenringe, der Jochbeinregion oder des abgeflachten Mittelgesichts, mit Eigenfett konnte nahezu alles im Gesicht verschönert werden. Coleman verwendete als Erster besonders dünne Kanülen, zentrifugierte das entnommene Fett und brachte es mehrschichtig in die Empfängerregion ein. Derzeit arbeiten ca. 75% aller US-amerikanischen Plastischen ChirurgInnen mit der Coleman-Methode.
Neben der Verwendung in der ästhetischen Medizin kommt Eigenfett auch in der rekonstruktiven Chirurgie zum Einsatz. Es eignet sich hervorragend zur Korrektur von Gewebedefekten oder zur Nivellierung von Asymmetrien, Stufenbildungen oder Dellen nach Wiederherstellungsoperationen.
Mit der Entdeckung von Stammzellen im Fettgewebe (2001) eröffneten sich für die Eigenfetttransplantation bisher ungeahnte Möglichkeiten. Die Stammzellen des Fettgewebes nennt man ADSC (adipose derived stem cells). Sie unterscheiden sich von den Fettzellen vor allem durch die wertvolle Eigenschaft, sich in Abhängigkeit ihrer Umgebung in verschiedene Zelltypen weiterentwickeln zu können (Nischentheorie). Dazu gehören u.a. Hautgewebe, Bindegewebe, Blutzellen, Gefäße und Fettzellen. Rasch etablierten sich weltweit hoch dotierte universitäre Forschungsgruppen, die alle das Ziel verfolgen, die Einsatzmöglichkeiten der ADSC zu untersuchen und die OP-Ergebnisse zu verbessern.
Nachstehend einige Beispiele wie Eigenfett eingesetzt werden kann:
Verbesserung der Hautqualität im Allgemeinen
Verbesserung des Erscheinungsbildes von Narben
Verbesserung des Hautbildes nach Bestrahlung
Verbesserung des Hautbildes nach Verbrennungen
Korrektur von Gewebedefekten
Formverbesserung im Rahmen rekonstruktiver Brustkorrekturen
Ästhetische Korrektur des Gesichts (Augenringe, Nasolabialfalten, Lippen, tiefliegende Augen, Jochbeinregion, Zornesfalten, Nase, Kinn etc.)
Ästhetische Brustvergrößerung
Ästhetische Korrekturen anderer Körperregionen (Hände, Gesäß, Schamlippen, Penis etc.)
Die Einheilungsrate von transplantiertem Eigenfett variiert zw. 30-80%, daher sind u. U. mehrere Sitzungen notwendig um den gewünschten Effekt zu erzielen. Der operative Aufwand einer Eigenfetttransplantation und die damit verbundenen Kosten erscheinen gegenüber der Einbringung eines künstlichen Füllmaterials (Hyaluronsäure etc.) zwar höher, auf lange Sicht ist die Eigenfetttransplantation allerdings günstiger und auch zeitsparender. Künstliche Filler werden bekanntlich innerhalb von ca. 6 Monaten vom Körper abgebaut und müssen daher in regelmäßigen Intervallen nachgespritzt werden.
Eigenfett bietet folgende weitere Vorteile:
Eigenfett ist kostenlos und steht fast immer in ausreichender Menge zur Verfügung.
Allergische Reaktionen und/oder Unverträglichkeiten sind ausgeschlossen.
Eingeheiltes Fett wird nicht mehr abgebaut und das erreichte Ergebnis ist somit dauerhaft.
Die Eigenfetttransplantation ist mittlerweile ein fixer Bestandteil der modernen ästhetischen Chirurgie geworden. In geübter Hand sind die Ergebnisse ausgezeichnet und die Patientenzufriedenheit ist sehr groß.